Wirtschaft
anders denken.

Das Kapital gegen Arbeit und Natur: ein Symposium zu Ehren von Elmar Altvater

01.12.2018
rls

Im Mai ist Elmar Altvater gestorben. Was es heißt, ohne ihn auskommen zu müssen, ist längst spürbar. Mitte Dezember wird es in Berlin ein Symposion zu seinen Ehren geben: »Der Springpunkt der Politischen Ökonomie: Das Kapital gegen Arbeit und Natur«.

Wachstumskritik ohne Illusionen, Globalisierungskritik ohne nationale Borniertheit, Kapitalismuskritik ohne Vereinfachungen, linke Selbstkritik ohne Sündenstolz – Elmar Altvater hat viel zum Denken der gesellschaftlichen Linken beigetragen. So begann unser Nachruf im Mai, seither sind erst wenige Monate vergangen, und doch ist schon sehr spürbar, was es heißt, nun ohne ihn auskommen zu müssen. Was hätte er gesagt zu all dem miteinander verwobenenen Kladderadatsch aus Klimakrise, weltpolitische Unordnung und Kapitalismus? 

Mitte Dezember wird es bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung gemeinsam veranstaltet mit Birgit Mahnkopf ein Symposion zu seinen Ehren geben: »Der Springpunkt der Politischen Ökonomie: Das Kapital gegen Arbeit und Natur«. Elmar »war einer der bedeutendsten kritischen Sozialwissenschaftler und einer der wichtigsten linken Intellektuellen in der Bundesrepublik«, heißt es da in der Ankündigung. Eine große Liste bekannter Namen ist zusammengekommen, es wird um den kapitalistischen Weltmarkt und die Armut der Nationen gehen, um die »Limits of nature as limits of capitalism in the ›Capitalocene‹«, um das Weltsystem der Arbeit und die globale Ökonomie im 21. Jahrhundert aus der Perspektive des Globalen Südens. 

»Wir müssen nicht nur demonstrieren«: Freunde verabschieden sich, Weggefährten erinnern sich gemeinsamer Debatten, Politiker sagen Danke für viele Beiträge zur linken Diskussion. Wir haben Nachrufe für und aktuell veröffentlichte Texte von Elmar Altvater zusammengetragen.

Gibt es gegenwärtig eine »Politik in der Zeitenwende«, die Elmar Altvaters Denken gerecht würde? Über solche Perspektiven einer solaren und solidarischen Ökonomie wird auch zu sprechen sein, unter anderem sieht Raul Zelik einen »ökosozialistischen Auftrag« an die Linkspartei. Deren Vorsitzender Bernd Riexinger ist dann auch auf dem Abschlusspodium mit dabei: Gleise in die Zukunft? Welche sind schon verlegt, welche Lokomotiven fahren darauf? Und welche nicht?

Das Programm des Symposions findet sich hier, Teilnahme ist möglich, um Anmeldung wird bis 5. Dezember gebeten. 

»Würde das System krisenfrei and anstandslos funktionieren, gäbe es gar keinen Anlass für Kritik und daher auch keinen Grund, sich Gedanken über Alternativen zum Kapitalismus zu machen. Die Krisen der Gesellschaftsformation sind es also, die die intellektuelle und praktische Kritik provozieren. Worauf muss diese vor allem zielen?« (aus dem Stichwort »Kapitalismuskritik« von Elmar Altvater im »ABC der Alternativen«)

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