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Adam Smith: Menschenfreund oder Agent der »unsichtbaren Hand«?

12.05.2017
Statue von Adam Smith im Hintergrund Häuser.Foto: Roger Cornfoo / wikimedia Adam Smith Statue in Edinburgh.

Wie der geniale Denker Adam Smith und seine Werke seit zwei Jahrhunderten von Marktliberalen geistig missbraucht werden – eine Rekonstruktion von Rudolf Walther.

Wenn es darum geht, den amtierenden Kapitalismus mit seinen Exzessen zu rechtfertigen, greifen Manager, Politiker und Wissenschaftler gerne zu Adam Smith. Der habe doch mit seinem Hinweis auf den Bäcker, der nicht aus Wohlwollen, sondern aus Egoismus Brot verkaufe, überzeugend bewiesen: Es diene allen, wenn jeder nur seinen Interessen nachgehe. Und er habe doch den Markt als »die unsichtbare Hand« gepriesen, die quasi interessenlos allen zum Vorteil gereiche. Bis in unsere Tage hinein werden meist sehr wenige sehr pointierte Zitate dieses genialen Denkers für dubiose Ziele missbraucht – und 99,9 Prozent seines Werkes weggelassen.

So läuft Adam Smith noch heute mit einer Schelle am Hals herum, die ihm vor weit über 100 Jahren umgebunden worden ist. Auch Peter Bofinger, renommierter (am Keynesianismus orientierter) Wirtschaftsprofessor und einer der Wirtschaftsweisen, hat ihn bisher gerne so verkürzt zitiert, Wirtschaftsjournalisten der unternehmernahen Medien, wie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, sowieso. In den Reden der Bundespräsidenten gehört die »unsichtbare Hand« bis in diese Tage zum Standardrepertoire. Diese angeblich segensreiche unsichtbare Hand des Marktes und der Egoismus des Einzelnen, der Fundament für das Wohl aller sein soll, sind sogar in die Alltagssprache eingesickert.

Dass diese Trivialisierungen von Smith‘ Theorie, dass die Instrumentalisierung für die marktradikal-neoliberale Politik in den vergangenen Jahren nach und nach seltener wurde, das verdanken wir vor allem einer jüngeren seriösen Forschung. Vorbildlich ist die Dissertation von Bastian Ronge über Das Adam-Smith-Projekt (2015). Er teilt den Ökonomen und Moralphilosophen Smith nicht wie bisher auf, sondern betont im Gegenteil den Zusammenhang von Ethik, Politik und Ökonomie und damit die politisch-moralische Fundierung der Wirtschaftstheorie. Noch erstaunlicher ist, dass auch VertreterInnen der liberalen und marktradikalen Publizistik, wie Karen Horn, Institut der deutschen Wirtschaft, oder Detmar Doering, Friedrich-Naumann-Stiftung, Smith nicht mehr umstandslos zum Vorsänger des Krämer-Liberalismus der FDP erklären. »In grober Verzerrung wird Smith oft als jener Ökonom wahrgenommen, der allzu realistisch davon ausging, dass sich der individuelle Egoismus im gesellschaftlichen Miteinander auf dem Markt durch das Wirken einer ˃unsichtbaren Hand< in allgemeines Wohlgefallen auflöst«, schrieb Karen Horn dem Bund katholischer Unternehmer bereits 2010 ins Poesiealbum.

Ein Bestseller mit seltsamem Eigenleben

Adam Smith, Ökonom und Aufklärer (1730-1790), war von 1751 an für zwölf Jahre Professor für Moralphilosophie in Glasgow, danach für zwei Jahre Begleiter eines jungen Adligen auf dessen Kavaliersreise (»grand tour«) durch Frankreich und von 1766 an bis zu seinem Tod Rentner und Privatgelehrter – dank der gut dotierten Leibrente eines Großgrundbesitzers. In dieser Zeit entstand sein Meisterwerk An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations (Eine Untersuchung über die Natur und die Ursachen des Wohlstands der Nationen), das 1776 erstmals erschienen ist.

Das Buch machte Smith bekannt und berühmt. Und es machte ihn zum Begründer und Klassiker der politischen Ökonomie, die später im deutschen Sprachraum unter dem falschen Namen »Volkswirtschaftslehre« zum universitären Lehrfach wurde. Das Buch wurde schnell in alle europäischen Sprachen übersetzt. Aber die Rezeption war von Anfang an verwirrend und kompliziert und entwickelte ein »seltsames Eigenleben«, wie der deutsche Philosoph und Politikwissenschaftler Karl Graf Ballestrem (1939-2007) in seiner Monografie zu Adam Smith (2001) konstatierte.

Diese abenteuerliche Geschichte der Smith-Rezeption, die einer Verfälschung seines Werks gleichkommt, passt zu der Diagnose, die der Philosoph Max Horkheimer (1895-1973) in seinem Essay über Kategorien der Bestattung (1934) stellte: In dem Moment, in dem die Theorie »eines genialen Mannes genügend Macht gewinnt, um zwangsläufig von sich reden zu machen, setzt die Arbeit ihrer Angleichung an das Bestehende ein«. Zahlreiche Experten machten sich daran, »die Begriffe der revolutionären Theorie in ihre Darstellungen […] einzuweben und ihren Ideologischen Bestrebungen dienstbar zu machen«. So erging es Smith: Über sein Werk Wohlstand der Nationen behielten von 1790 bis heute Usurpatoren und Grabschänder die Oberhand und machten aus der Kritik der politischen Ökonomie eine Fibel der »Plusmacherei« oder eine »Bereicherungswissenschaft« (Friedrich Engels).

Die Ökonomie kommt nicht ohne moralisches Fundament aus

Smith begann als Moralphilosoph und veröffentlichte 1759 The Theory of Moral Sentiments. Auf Deutsch lautet der vollständige Titel: Theorie der ethischen Gefühle oder: Versuch einer Analyse der Grundveranlagungen, mit deren Hilfe die Menschen natürlicherweise das Verhalten und den Charakter zunächst ihrer Mitmenschen und sodann ihrer selbst beurteilen. In diesem komplexen Werk versuchte Smith die anthropologischen Grundlagen menschlichen Zusammenlebens zu klären sowie das paradoxe Zusammenspiel von Eigeninteresse und Sympathie empirisch zu belegen. Das 17 Jahre später erschienene Buch über den Wohlstand der Nationen (Wealth of Nations) dagegen handelt nicht von Sympathie und moralischen Urteilen, sondern von Wohlstand, Profit, Lohn und anderen wirtschaftlichen Themen. Insbesondere in der deutschen Rezeption vom Ende des 19. Jahrhunderts an wird ein »Umschwung« bei Adam Smith sehr herausgestellt: vom Ethik-Buch des Jahres 1759 zum Ökonomie-Buch von 1776. Man führte diesen angeblichen Umschwung des Autors auf den Einfluss des französischen Materialismus zurück, den Smith auf seiner ausgiebigen Frankreichreise (1764-1766) kennengelernt habe. Fortan zirkulierte die Rede vom doppelgesichtigen Smith: dem Menschenfreund und dem berechnenden Ökonomen.

Diese Thesen entpuppen sich bei einer kritischen Lektüre beider Werke von Smith – der Theorie der ethischen Gefühle wie dem Wohlstand der Nationen – als nicht haltbar. Das beginnt schon bei der Übersetzung: In der Theory of Moral Sentiments bedeutet Sentiment nicht Gefühl, sondern »moralische Urteilspraxis«. Sympathie, die emotionale Basis für die Kommunikation von Menschen mit Menschen, meint Smith, bestimme unsere Art und Weise, moralische Urteile zu fällen – denn Sympathie gehöre zur menschlichen Natur, sei in ihr tief verankert. In dieser natürlichen Disposition steckt nach Smith auch der Anspruch auf Gleichheit und Gleichbehandlung aller Menschen. Smith entwickelt seine These jedoch nicht normativ, sondern empirisch-pragmatisch aus der Beobachtung des Alltags.

Der erste Satz der Theorie der ethischen Gefühle lautet: »Man mag den Menschen für noch so egoistisch halten, es liegen doch offenbar gewisse Prinzipien in seiner Natur, die ihn dazu bestimmen, an dem Schicksal anderer teilzunehmen.«

Smith geht dabei nicht, wie der Philosoph Ernst Tugendhat betont, von einer Interessengleichheit zwischen zwei Handelnden aus, sondern von einer »Harmonie der Affekte«, die bei allen Menschen naturgegeben sei — Menschen wollen als Menschen untereinander menschlich handeln, also mit Sympathie für den Anderen. Die Argumentation ist zwar zirkulär, aber sie beruht eben nicht auf einem ichbezogenen Prinzip, sondern auf dem Prinzip der wechselseitigen Abhängigkeit von Menschen — als genuin soziale Wesen.

Auf dieser eben skizzierten Basis argumentiert Smith auch in seinem Werk Wealth of Nations. Er stützt sich eben gerade nicht – wie ihm weithin unterstellt wird – auf borniert-egoistische Interessen- und Profitkalküle des Menschen. Seine grundlegende Einsicht lautet: »Nicht von dem Wohlwollen der Fleischers, Brauers oder Bäckers erwarten wir unser Mahlzeit, sondern von ihrer Rücksicht auf ihr eigenes Interesse [but from their regard to their own interest]. Wir wenden uns nicht an ihre Humanität, sondern an ihre Eigenliebe [but to their self-love] und sprechen ihnen nie von unseren Bedürfnissen, sondern von ihren Vorteilen.« Die beiden Sätze werden meistens verkürzt und verfälschend interpretiert – nämlich im Horizont des Ego-Kapitalismus beziehungsweise Marktradikalismus.

Die Verfälschung besteht darin, dass Ideologen aus dieser millionenfach zitierten Stelle kurzschließen, Smith betrachte Eigenliebe, Eigeninteresse oder egoistischen Eigennutz als erstes und einziges Motiv sowie als entscheidende treibende Kraft wirtschaftlichen Verhaltens. Das meint Smith jedoch an keiner Stelle seines 1.000 Seiten starken Buches. Es geht Smith nie um die Motive, sondern vor allem um die anthropologische Basis des menschlichen Handelns. Im geselligen Zusammenleben ist es Sympathie, aus der heraus Menschen Gefühle und Gemütsausdrücke miteinander austauschen. Zu ihrem wirtschaftlichen Handeln gehört »der Hang zu tauschen, zu handeln und eine Sache gegen andere auszutauschen« (»to truck, barter, and exchange one thing for another«). Der Schlüssel zum Verständnis der oben zitierten zentralen Passage ist damit nicht das Interesse oder Motiv des Fleischers oder Bäckers, sondern die existenzielle Voraussetzung jedes Lebens: die Selbsterhaltung. Smith: »Gib mir, was ich will, und du sollst haben, was du willst« (»Give me that which I want, and you shall have this which you want«). Denn der zivilisatorische Fortschritt in einer arbeitsteiligen Tauschgesellschaft besteht gerade darin, dass nicht jeder und jede selbst herstellen muss und kann, was er und sie zum Überleben benötigen. Der Zwang zu Kooperation und gegenseitiger Hilfe entspringt nicht egoistischen Kalkülen, sondern ist die gemeinschaftliche Basis von Tauschgesellschaften.

Der Markt braucht politisch festgelegte Regeln

Das zweite Feld, auf dem die Theorie von Smith trivialisiert und verfälscht wurde – insbesondere von Propagandisten der sozialen Marktwirtschaft und des Liberalismus nach 1945 –, ist das Verständnis von Markt. Unbestritten ist, dass Smith die Wirtschaft vom Korsett staatlicher Bevormundung ebenso befreien wollte wie von der feudalen Tradition, dem Adel wirtschaftliche Privilegien einzuräumen. Aber entgegen dem liberalen und neoliberalen Marktradikalismus wollte Smith Staat und staatliche Kompetenzen nicht beseitigen, sondern nur »Höflingen, Geldleuten und Gutsbesitzern« ihre Vorrechte wegnehmen. Im Gegensatz zu den Vorstellungen von Apologeten, die den Markt als »spontane Ordnung« (Friedrich A. Hayek) anpreisen, sollte der Markt in seiner Theorie der »commercial society« gerade nicht regieren. Nach den Vorstellungen von Smith lebte in der von krassen Formen der Unterdrückung und Herrschaft befreiten »kommerziellen Gesellschaft […] jedermann vom Tauschen und wird in gewisser Hinsicht ein Händler«. Smith war obendrein klar, dass eine reine Marktwirtschaft unfähig ist, für eine gerechte Verteilung zu sorgen, denn »im Hinblick auf das Produkt von Arbeitskraft in einer großen Gesellschaft gibt es niemals so etwas wie eine faire und gleiche Verteilung«. So können für Smith beispielsweise Gesellschaften keinen Bestand haben, in denen der größte Teil der Bevölkerung arm ist. Er argumentiert: Weil die forcierte Arbeitsteilung dafür sorge, dass Menschen, die nur einfache Arbeiten ausführen, »dumm und beschränkt« blieben, müsse der Staat ausgleichend eingreifen und beispielsweise für Bildung sorgen (siehe Randspalte).

Smith war mit guten Gründen ein engagierter Vertreter des Freihandels und plädierte für ein »natural system of liberty« (»ein natürliches System der Wirtschaftsfreiheit«). Über dessen Funktionieren sagte er zwar wenig, dafür umso mehr Kritisches über dessen Defizite. Und so spricht Smith an einer Stelle von »einer unsichtbaren Hand«, die dafür sorge, dass über den Marktmechanismus Zwecke erfüllt würden, die nicht vom Handelnden selbst beabsichtigt seien, aber sowohl dem Eigen- wie auch dem Allgemeininteresse entsprächen. Der Markt könne seine technische Koordinationsfunktion jedoch nur dann erfüllen – und nun kommt der entscheidende Punkt –, wenn die Regeln und Mechanismen, nach denen er funktioniere, politisch festgelegt und staatlich überwacht würden. Kurzum: Wäre diese Bedingung von Smith heute erfüllt, lebten viele Manager und Eigentümer von Banken und Unternehmen nicht mehr auf freiem Fuß.

Aber zurück zur unsichtbaren Hand. Seit über zweihundert Jahren wird »die unsichtbare Hand« mit dem Ziel zitiert, den Denker Adam Smith für eine Politik zu vereinnahmen, die den Staat abwertet und den Markt über alles stellt. Die gängige These lautet: Der Markt zeitige automatisch optimale Ergebnisse, wenn er nur vom Staat nicht reguliert und von Gewerkschaftsforderungen nicht gestört werde. Beim ehemaligen Kanzler Ludwig Erhard (Amtszeit von 1963 bis 1966), dem Vater des »deutschen Wirtschaftswunders«, sicherte die »unsichtbare Hand« gar die »prästabilierte Harmonie« zwischen Privat- und Gesamtinteressen; schrieb er im Jahr 1939!

Während die heutige Wirtschaftswissenschaft mehrheitlich die Wirtschaft als ein quasi über der Gesellschaft stehendes und von ihr losgelöstes, idealerweise nach eigenen Regeln funktionierendes, tatsächlich aber chaotisches System begreift, war die Ökonomie für Smith eine politische Ökonomie, eingebunden in ein Moral- und Rechtssystem. Sein »natürliches System der Wirtschaftsfreiheit« war Teil des »großen Systems der öffentlichen Verwaltung«, das dem »natürlichen Streben nach Gerechtigkeit« Geltung gegen die »natürliche Selbstsucht und Raubgier« der Reichen verschaffte.

Freihandel darf nicht zum Laissez-faire verkommen

Smith verteidigte den Freihandel, aber nicht die zeitgenössische Propaganda der physiokratischen Lehre, die unter der Parole des »Laissez-faire« alle Freiheit für Getreidehändler und Großgrundbesitzer forderte. Smith: »Das Interesse der Händler […] widerspricht dem öffentlichen Interesse.« Er verteidigte auch das Privateigentum: »Das Eigentum, das jedermann an seiner eigenen Arbeit hat, ist die ursprüngliche Grundlage von allem anderen Eigentum, und so ist es das heiligste und unverletzlichste« (»the most sacred and inviolable«). Aber Smith fügte hinzu: Den Arbeiter »daran hindern zu wollen, seine Kraft und Geschicklichkeit so anzuwenden, wie er es, ohne seinen Nächsten zu kränken, passend findet, ist geradezu eine Verletzung dieses heiligsten Eigentums«. Und: »Wo auch immer viel Eigentum ist, da ist auch große Ungleichheit.«

Smith war kein Sozialist. Aber noch weniger als mit dem Sozialismus hatte er mit jenen Apologeten gemein, die den Kapitalismus als Marktwirtschaft verklären und den Sozialstaat als »komfortable Stallfütterung« denunzieren, wie Wilhelm Röpke (1899-1966) es als einer der geistigen Gründerväter der sogenannten sozialen Marktwirtschaft tat. Die politische Ökonomie hatte seiner Meinung nach nicht die Aufgabe, Rezepte anzubieten, wie die Reichen reicher und die Armen ärmer gemacht werden konnten, sondern »erstens, den Menschen reichlich Einkommen, und zweitens dem Staat genügend Einnahmen zu verschaffen, um öffentliche Dienste zu erfüllen«. Mit Neoliberalen und Marktradikalen, die den »schlanken Staat«, niedrige Steuern für Unternehmen, niedrige Löhne und Markt, Markt, Markt predigen, hat Adam Smith‘ Theorie nichts zu tun. Im Gegenteil.

Hintergrund

Die Entwicklung der Arbeitsteilung

Adam Smith (1723-1790), der Begründer der politischen Ökonomie, hat im ersten Kapitel des 1.000 Seiten starken Buches über den Wealth of Nations (Wohlstand der Nationen) aus dem Jahr 1776 als Erster die Bedeutung der Arbeitsteilung begriffen und in allen Facetten beschrieben: Ein mit der modernen Maschinerie nicht vertrauter Arbeiter könne »vielleicht im äußersten Falle täglich kaum eine, gewiss aber keine
20 Nadeln machen«. Im Detail schildert er dann die arbeitsteilige Produktion von Stecknadeln (»Einer zieht den Draht, ein anderer richtet ihn, ein dritter schrotet ihn ab, ein vierter …«). So sei »das wichtige Geschäft der Stecknadelfabrikation in ungefähr 18 verschiedene Verrichtungen geteilt«. In diesen geteilten Arbeitsgängen wurden von zehn Arbeitern täglich 48.000 Nadeln angefertigt.

Smith geht es um den technischen und wirtschaftlichen Fortschritt, aber auch um dessen soziale Kosten, die von den heutigen Festrednern und Managern notorisch weggelassen werden: »Ein Mensch, der sein ganzes Leben damit verbringt, ein paar einfache Operationen zu vollziehen […], hat keine Gelegenheit, seinen Verstand zu üben und seine Erfindungskraft anzustrengen […]. Die Verknöcherung seines Geistes macht ihn nicht nur unfähig, an einem vernünftigen Gespräch teilzunehmen (…), sondern sie lässt es auch in ihm zu keinem freien, edlen oder zarten Gefühle mehr kommen.« Wie gesagt: Adam Smith im Jahr 1776.

Literatur zum Thema

Karl Graf Ballestrem: Adam Smith. C.H.Beck, München 2001, 229 Seiten, vergriffen

Ralf Ptak: Vom Ordoliberalismus zur Sozialen Marktwirtschaft. Stationen des Neoliberalismus in Deutschland. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2004, 334 Seiten, 34,90 €

Bastian Ronge: Das Adam-Smith-Projekt. Zur Genealogie der liberalen Gouvernementalität. Springer Verlag, Heidelberg 2015, 439 Seiten, 44,99 €

Rudolf Walther: Wirtschaftlicher Liberalismus (Art.), in: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck (Hrsg.): Geschichtliche Grundbegriffe, Band 3. Klett-Cotta, Stuttgart 1972 – 1997, 8 Bände, 348 €

Geschrieben von:

Rudolf Walther

Historiker