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Original Unverpackt. Einkaufen ohne Müll.

09.04.2016
In den Regalen des Supermarkts hängen Abfüllbehältnisse.Foto: Jendrik SchröderOriginal Unverpackt. Einkaufen ohne Müll.

Seit 2014 kann man in der Wiener Straße in Berlin-Kreuzberg verpackungsfrei einkaufen. Ein Konzept, das in immer mehr Städten Anklang findet und dem Verpackungswahn in Supermärkten etwas entgegen setzt.

Jedes Jahr wandern in deutschen Haushalten über 16 Millionen Tonnen Verpackungen in den Müll. Nur weniges kann wiederverwertet und in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden. Nicht selten landen Einwegverpackungen über Umwege in Gewässern. Die AutorInnen der Studie The New Plastics Economy: Rethinking the Future of Plastics (2016) schätzen, dass jedes Jahr rund acht Millionen Tonnen Plastik im Meer landen. Mittlerweile sollen 150 Millionen Tonnen Plastik, die fünf große Plastik-Inseln bilden, durch die Ozeane treiben. Auf drei Kilo Fisch kommt in den Weltmeeren schon ein Kilo Plastik. Dieser Trend setzt sich fort – so wird nach den AutorInnen 2050 die Menge des Plastiks im Meer das Gewicht aller Meeresfische übersteigen. Die Konsequenzen für Tiere und Umwelt sind verheerend.

Doch Müll zu vermeiden fällt beim Einkauf im Supermarkt schwer. Ob konventioneller oder Bio-Supermarkt, die meisten Produkte sind eingeschweißt. Somit endet jeder Einkauf unweigerlich mit einem ordentlichen Berg Müll. Doch muss er das?

Die Zero Waste Bewegung, die weltweit versucht, das Bewusstsein für die ökologischen Folgen von Müll und Plastik zu schärfen, propagiert das verpackungsfreie Leben. Weltweit gibt es mehr und mehr Initiativen, die versuchen, Verpackungen zu reduzieren oder ganz aus ihren Regalen zu verbannen.

Supermärkte gegen Müll – Original Unverpackt

2014 eröffnete in Berlin-Kreuzberg der Supermarkt Original Unverpackt. Die Macherinnen setzen den Wunsch, Verpackungen zu reduzieren, in die Tat um. In der Wiener Straße 16 wird komplett auf Einwegverpackungen verzichtet. Ob Lebensmittel, Getränke oder Hygieneartikel – alles wird im Laden verpackungsfrei angeboten. Nudeln, Reis, Müsli und co. können aus großen Spendersystemen selbst abgefüllt werden. Dadurch wird nicht nur die Verpackung gespart. KundInnen können auch die Menge kaufen, die sie wirklich benötigen. So landen am Ende auch weniger Lebensmittel im Müll.

Die Gründerinnen Sara Wolf und Milena Glimbovski setzen in ihrem Supermarkt vor allem auf Bio- und regionale Produkte. Über 500 sind es mittlerweile. Die Auswahl ist zwar begrenzt, denn die Waren werden jeweils nur von einem Händler bezogen, aber das Angebot ist dennoch vielfältig. Verpackungen können entweder selbst mitgebracht, ausgeliehen oder gekauft werden. Auch hier wird darauf geachtet, dass die Verpackung mehrmals verwendet werden kann oder recyclebar ist.

Ideen wie Original Unverpackt können das Bewusstsein der VerbraucherInnen verändern – auch wenn es bisher nur einzelne Läden sind, die auf Verpackungen verzichten. Nicht nur das Verzichten, sondern auch die Recyclingfähigkeit müssen dabei in den Fokus rücken.

Geschrieben von:

Anne Schindler

OXI Projektkoordinatorin