Wirtschaft
anders denken.

Oxi? Nur wer versteht kommt über das Nein hinaus.

Warum wir diese Zeitung machen.

Die Dinge beim Namen nennen. Ohne Klärung keine Aufklärung. Es gibt viel zu entdecken, zu unterscheiden, zu erklären, aufzuklären – dazu wollen wir einen Beitrag leisten.

Wie ist die Lage? Der Reichtum und die Macht der einen wird auf Kosten der anderen produziert und vermehrt. Der materielle Reichtum von Wenigen und deren stumme Macht sind auch in Deutschland unfassbar groß. Ebenso die Armut. Und wer daran grundlegend etwas ändern will, hat Schwierigkeiten, dafür Vertrauen und Wählerstimmen zu gewinnen. Gewirtschaftet wird nach Regeln, als führten wir gegeneinander und gegen andere Länder Krieg um Wachstum und Gewinne und wollten nicht das Leben verbessern. Die Politik folgt eher Anleihemärkten, weniger den Bedürfnissen von Mehrheiten. Das Dogma des ewigen Wachstums ignoriert die Endlichkeit der Ressourcen, die ökologischen Zerstörungen werden übertüncht, die tiefgreifend andere rettende Politik wird in die Zukunft vertagt.

Wir dagegen bleiben neugierig auf Alternativen, auf kleine Projekte und große Lösungen. Sie zu einem öffentlichen Thema zu machen heißt, die Hoffnung auf eine andere Welt am Leben zu halten. Wir sind unterschiedlicher Meinung darüber, ob diese andere Welt eine der Warenproduktion sein kann, welche Rolle Geld spielen kann oder muss, wie weit das allgemein Menschliche im Kapitalismus gegen Profitlogik und Rendite durchsetzbar ist.

Wir sind uns aber in einem einig: Der Zweifel und das Nein stehen am Anfang jeder Klärung. Deshalb erinnert der Titel dieser Zeitung an das Nein der Griechen im Juli 2015 gegen die ökonomisch unsinnigen, sozial verheerenden, demokratiepolitisch kritikwürdigen Bedingungen der Gläubiger. Der griechische Frühling ist inzwischen vorbei, die Fragen, die er auf die europäische Bühne warf, bleiben aktuell.

Wer sagt, dass es so nicht weitergehen darf, wirft die Frage auf, wie geht es weiter und wie kann die Zukunft anders gestaltet werden. Das Nein ist die Wurzel der Freiheit. Erst wer Nein sagen kann, ist frei. Aber nur ein Nein reicht noch nicht für eine gute Alternative, für ein gutes Zusammenleben, für eine andere Produktion. Also sind wir auf der Suche. Und wir laden Sie ein, mit uns zu gehen. Weil wir schätzen, welche Antworten Sie finden, welche Zweifel Sie haben, welche Fragen Sie stellen.

Uns treibt keine parteipolitische Mission, sondern eine Haltung: Wir sind der Solidarität, der Emanzipation, der Vernunft und der Aufklärung verpflichtet. Nicht abstrakt, sondern konkret: Was sich im Leben der Mehrheit der Menschen nicht im Guten als Freiheit und Wohlstand niederschlägt, taugt nichts. Wir schätzen viele Ideen und Forderungen, die bei sozialen Bewegungen, Gewerkschaften, Frauen- und Umweltverbänden, auch Parteien links der Mitte eine Rolle spielen – aber wir sind nicht die Lautsprecher irgendwelcher Apparate.

OXI wird herausgegeben von der common verlagsgenossenschaft e.G.