Wirtschaft
anders denken.

„Ökonomie jenseits der schwäbischen Hausfrau“ – Die Vortragsreihe

13.08.2019
Schwäbische Hausfrau

„Wir brauchen eine Kampagne zur ökonomischen Alphabetisierung, damit die Menschen die Sprache verstehen, welche die herrschende Klasse verwendet“ – so lautet das Motto unserer Vortragsreihe „Ökonomie jenseits der schwäbischen Hausfrau“. Ziel ist es, den vorherrschenden neoliberalen Diskurs infrage zu stellen.

Im ersten Jahr sprachen in der Reihe Heiner Flassbeck, Ann Pettifor, Branko Milanović, Frances Coppola, Steve Keen, Adam Tooze, Quinn Slobodian, Pavlos Roufos, Andrea Capussela, Warren Mosler und Sergio Cesaratto. Sie alle brachten das „Politische“ zurück in die Ökonomie. Die Vorträge sind zu finden hier.

Die Veranstaltungen des zweiten Halbjahres 2019 werden innerhalb von nur neun Wochen stattfinden: Wir freuen uns auf unsere Referent_innen Grace Blakeley, Daniela Gabor, Jason Hickel, Costis Hadjimichalis und Nick Shaxson.
Auch wenn die Klimakrise ein Schwerpunkt sein wird, werden unsere Redner_innen weiterhin die ökonomischen Mythen aufdecken, die von den neoliberalen Wirtschaftseliten und ihrem politischen Umfeld verbreitet werden: die Sparmaßnahmen, der angebliche Tickle-down-Effekt usw.

 

Mittwoch, 23. Oktober 2019

Die Wall Street wird den Planeten nicht vor der Klimakrise retten
Daniela Gabor

Der Vortrag untersucht den Konsens, der sich zurzeit zwischen privaten Finanzinstituten und Aufsichtsbehörden abzeichnet. Der Konsens soll den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft über den Markt regeln, und er soll den Übergang beschleunigen durch eine nachhaltige Finanzierung der Volkswirtschaften. Daniela Gabor untersucht, welche Rolle die Schattenbanken dabei spielen und welche zivilgesellschaftlichen Alternativen möglich sind.

Daniela Gabor ist Professorin für Makroökonomie und Finanzen an der UWE Bristol in Großbritannien. Sie ist Expertin für Schattenbanken und Zentralbanken und wurde kürzlich in die Externe Prüfungskommission für Finanzen und Nachhaltigkeit der britischen Labour Party berufen.

Die Veranstaltung ist auf Englisch mit deutscher Simultanübersetzung

Helle Panke, Kopenhagener Straße 9, 10437 Berlin, Eintritt 2 €

 

Dienstag, 12. November 2019

Finanzialisierung und Klima-Notstand

Grace Blakeley
Im Zuge der Entwicklung des Kapitalismus spielt in den Volkswirtschaften des globalen Nordens die Finanzökonomie eine zunehmend größere Rolle. Sie erhöht die Ungleichheit, führt zu finanzieller Instabilität und schädigt unsere Umwelt. Zehn Jahre nach der Finanzkrise stagniert die Produktivität im globalen Norden, die Ungleichheit steigt, und wir stehen vor einem existenziellen Klima-Notstand. Die Bewältigung dieser Probleme erfordert mehr als nur kleine politische Änderungen – die Volkswirtschaften im globalen Norden müssen ihre Wirtschaftsweise radikal überdenken und vom finanzgetriebenen Wachstumsmodel zu einem grünen, demokratischen Sozialismus übergehen.

Grace Blakeley ist Wirtschaftswissenschaftlerin am Institute for Public Policy Research (IPPR) und Wirtschaftskommentatorin des New Statesman. Sie tritt regelmäßig in den britischen Medien auf, u.a. in Question Time, Politics Live und BBC This Week. Im September 2019 erscheint ihr Buch Stolen: How to save the world from financialisation (Gestohlen: Wie die Welt vor der Finanzialisierung zu retten ist), das den Aufstieg und Fall des finanzwirtschaftlichen Wachstums analysiert und ein neues Wirtschaftsmodell entwirft.

Die Veranstaltung ist auf Englisch mit deutscher Simultanübersetzung

Monarch Bar, Skalitzer Str. 134, 10999 Berlin, Eintritt 2 €

 

Donnerstag, 28. November 2019

Klimakollaps und Postwachstums-Imperativ

Jason Hickel

Wir wissen, dass die globalen Emissionen bis 2030 halbiert und bis 2050 auf Null gesenkt werden müssen, um den Klimakollaps noch zu verhindern. Empirisch lässt sich belegen, dass diese Entwicklung mit einem anhaltenden Wirtschaftswachstum auf globaler Ebene unvereinbar ist. Vielmehr müssen die reichen Nationen ihren Energie- und ihren Ressourcen- und Materialverbrauch aktiv reduzieren, um den notwendigen schnellen Übergang zu erneuerbaren Energien zu vollziehen. Doch wie sieht eine Postwachstums-Gesellschaft aus? Wie kann sie erreicht werden? Und was bedeutet das für das Leben des Menschen im Anthropozän?

Jason Hickel ist Anthropologe, seine Forschungsschwerpunkte sind globale Ungleichheit, Post-Wachstum und ökologische Ökonomie. Er ist Autor einer Reihe von Büchern, zuletzt Die Tyrannei des Wachstums. Er ist regelmäßig tätig für The Guardian, Al Jazeera und Foreign Policy, ist Mitglied der Labour Party Task Force für internationale Entwicklung und Mitglied der Lancet-Kommission für Reparationen und Umverteilungsgerechtigkeit. Er ist Fellow der Royal Society of Arts.

Die Veranstaltung ist auf Englisch mit deutscher Simultanübersetzung

Seminarraum 1, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin, Eintritt 2 €

 

Außerdem in der Reihe (nur auf Englisch)

Tuesday, 1st October 2019

The Finance Curse – 20 reasons to shrink your local financial centre

Nicholas Shaxson

Countries whose economies are dominated by large financial centres suffer a “Finance Curse” that is rather similar in cause and effect to a “Resource Curse” that afflicts many countries whose economies are dominated by large oil industries or other natural resources sectors. Britain and the United States are classic cases, and a lot of the inequality and political turmoil now convulsing both countries has the Finance Curse at its root.  The answer is simple for every country afflicted: shrink your local financial centre, to attain greater prosperity – and many other good things besides.

Nicholas Shaxson is an award-winning journalist who has written for Vanity Fair, Financial Times, Guardian, Economist, Washington Post, Foreign Affairs, and many others. He is author of Poisoned Wells, a book about oil and the resource curse in West Africa; of Treasure Islands, a book about tax havens; and his most recent The Finance Curse, a book about the perils of oversized finance.

die Veranstaltung ist nur auf Englisch

Helle Panke, Kopenhagener Straße 9, 10437 Berlin, Admission 2/4 €

 

Tuesday, 29th October 2019

Why uneven geographical development lies behind the recent European crisis

Costis Hadjimichalis

The Eurozone crisis has been analysed using mainly macroeconomic and financial explanations. This presentation shifts the emphasis to the uneven geographical development that characterized the EU even before the euro. It deconstructs the myth that debt, both public and private, in Southern Europe is the sole outcome of the spendthrift ways of local population, offering an alternative perspective on the material, social and ideological parameters of the economic crisis and the geography of it all.

Costis Hadjimichalis is Professor Emeritus and teaches graduate courses at the Geography Department, Harokopio University, Athens. Among his recent books are: Space in Left Thought (co-author Dina Vaiou, 2012, in Greek), Schuldenkrise und Landraub in Griechenland, Westfӓlisches Dampfboot, 2016 and Crises Spaces. Structures, resistance and solidarity in Southern Europe, Routledge, 2017.

die Veranstaltung ist nur auf Englisch

Helle Panke, Kopenhagener Straße 9, 10437 Berlin, Admission 2/4 €

Eine Veranstaltungsreihe von Helle Panke e.V. in Kooperation mit BRAVE NEW EUROPE, Oxi, Netzwerk Plurale Ökonomik, Euro Akademie Berlin

Geschrieben von:

OXI Redaktion